Informationen zum Text in Leichter Sprache

Was bedeutet der Stern*?

Im Text finden Sie Wörter mit einem Stern*.

Zum Beispiel:

Künstler*innen.

Der Stern* steht für Vielfalt.

Der Stern* zeigt:

Es gibt mehr als

Frauen und Männer.

Es gibt noch viele andere Geschlechter.

Access Rider

Diesen Text hat Romily Walden geschrieben.

Romily Walden hat den Text in englischer Sprache geschrieben.

Tora von Collani hat den Text

ins Deutsche übersetzt.

 

Romily Walden

ist Künstler*in.

Romily Walden hat eine Behinderung.

 

Was bedeutet Access-Rider?

Access-Rider sind englische Wörter.

Man spricht sie so aus:

Ekses-Reida.

Auf Deutsch bedeuten die Wörter:

Access bedeutet Zugang.

Rider bedeutet Dokument.

In meinen Access-Rider schreibe ich hinein

was ich brauche,

damit ich gut arbeiten kann.

 

Warum gibt es einen Access-Rider?

Viele Kunst-Einrichtungen

sind es nicht gewohnt

mit Künstler*innen mit Behinderungen

zusammen zu arbeiten.

Vor der Zusammenarbeit

sollten wichtige Fragen

geklärt werden.

Damit Sie als Künstler*in mit Behinderung gut arbeiten können.

Damit sich alle sicher fühlen.

Und gut zusammenarbeiten können.

 

Für wen ist der Access-Rider?

  • Für Künstler*innen mit Behinderungen

    und chronischen Krankheiten.

    Chronisch bedeutet: dauerhaft.
  • Für Menschen,

    die in Kunst-Einrichtungen arbeiten.

    Damit sie erkennen

    was Künstler*innen mit Behinderungen

    alles tun müssen,

    um gut zu arbeiten.

    Und damit die Kunst-Einrichtungen

    barrierefrei

    für Künstler*innen mit Behinderungen werden.

 

Wie schreibe ich meinen Access-Rider?

Wichtige Punkte vor dem Schreiben:

  • Schreiben Sie

    was die gemeinsame Arbeit

    barrierefreier macht.
  • Benutzen Sie Zahlen für die einzelnen Punkte.

    Zum Beispiel: 1., 2., 3.

    Dann finden sich die Menschen besser zurecht.
  • Sie müssen dafür

    keine medizinischen Gründe hinschreiben.

    Wenn Sie das nicht wollen.
  • Diese Liste ist nicht vollständig.

    Romily Walden hat die Liste

    für sich geschrieben.

    Vielleicht passen einige Punkte für Sie nicht.

    Diese Punkte müssen Sie natürlich nicht verwenden.

    Oder es fehlen einige Punkte für Sie.

    Dann schreiben Sie Ihre Punkte dazu.

 

Einleitung

  • Wollen Sie erklären was ein Access-Rider ist?

    Das ist vielleicht gut

    für Menschen,

    die nicht wissen was das ist.

    Und die noch nie mit

    Künstler*innen mit Behinderungen gearbeitet haben.
  • Möchten Sie

    eine Bestätigung von der Person,

    die das Dokument bekommt?
  • Möchten Sie

    ein persönliches Gespräch?

    Ein Treffen oder ein Telefonat,

    nachdem die Person das Dokument gelesen hat?
  • Sie können schreiben

    warum Sie den Access-Rider gut finden.

    Oder wichtig finden.

    Oder welche Meinung Sie haben.

 

Kurze Vorstellung von Ihnen

Schreiben Sie

kurz über sich.

Zum Beispiel:

  • Ich kann gehen.

    Und ich bin Roll-Stuhl-Fahrer*in.
  • Ich habe eine Behinderung.

    Die Behinderung beeinträchtigt meine Beweglichkeit.

    Und meine Ausdauer.

 

Das brauche ich für die Kommunikation:

  • Wie kommunizieren Sie gerne?

    Zum Beispiel:

    Telefon, E-Mail oder Whats App?
  • Soll der Text

    in einer bestimmten Schrift-Größe sein?
  • Soll der Text Aufzählungen haben?
  • Soll der Text ein barrierefreies PDF sein?

    Was ist ein barrierefreies PDF?
  • Soll der Text in Leichter Sprache sein?
  • Gibt es eine bestimmte Uhr-Zeit,

    wo Sie am besten erreichbar sind?
  • Soll Ihre Assistenz auch die Texte bekommen?
  • Wie oft beantworten Sie Ihre Nachrichten?

    Einmal in der Woche?

    Oder einmal am Tag?

    Wollen Sie eine Nachricht bekommen,

    wenn Sie eine Nachricht lange nicht beantworten?
  • Brauchen Sie einen Plan für den Notfall?

    Zum Beispiel wenn es Ihnen

    nicht gut geht.

    Und Sie keine Nachrichten beantworten können.

    Sollen die Nachrichten

    an Ihre Assistenz geschickt werden?

 

Das brauche ich bei Treffen und Veranstaltungen:

Sie können hier

alles aufschreiben was Sie brauchen.

Vielleicht wird nicht alles möglich sein.

Aber Sie können es aufschreiben.

Dann können Sie

gemeinsam mit den Verantwortlichen

an einer Möglichkeit arbeiten.

Sie sollten nicht enttäuscht sein,

wenn nicht alles geht.

Deshalb sollten Sie sich überlegen:

  • Was brauche ich unbedingt?
  • Was brauche ich nicht so dringend?
  • Auf was kann ich verzichten?

Hier einige Fragen,

die Sie noch überlegen können:

  • Können Sie sich persönlich treffen?

    Oder wollen Sie sich online treffen?
  • Welche Online-Möglichkeiten sind

    für Sie am besten?

    Wollen Sie Sprach-Telefonate?

    Oder wollen Sie Video-Anrufe?
  • Wenn Sie sich persönlich treffen,

    was brauchen Sie?

    Barrierefreier Ort?

    Bestimmte Sessel?

    Gut mit den öffentlichen Verkehrs-Mitteln erreichbar?

    Eine bestimmte U-Bahn-Linie?

    Brauchen Sie einen Park-Platz?

    Brauchen Sie eine Möglichkeit

    zum Hinlegen?

    In einem eigenen Raum?

    Brauchen Sie Gebärden-Sprache?
  • Soll die Person pünktlich zum Treffen kommen?

    Das können Sie zum Beispiel so schreiben:

    Ich komme mit meiner Assistenz.

    Diese muss ich bezahlen.

    Je länger das Treffen dauert,

    desto mehr muss ich bezahlen.

    Oder:

    Ich komme mit einem Fahrten-Dienst.

    Den Fahrten-Dienst muss ich vorher bestellen.

    Deshalb muss ich pünktlich abreisen.

    Auch wenn das Treffen später beginnt.
  • Brauchen Sie Pausen beim Treffen?

    Zum Beispiel für die Einnahme von Medikamenten.

    Wie lange sollen die Pausen sein?
  • Was soll passieren,

    wenn Sie bei einem Treffen nicht dabei sein können?

    Soll das Treffen verschoben werden?

    Oder soll Sie jemand über das Treffen informieren?

    Wie soll man Sie informieren?

    Mit kurzen Punkten, ganzen Sätzen oder

    nur mit einem Telefonat?

 

Das brauche ich, wenn ich auf Reisen bin:

  • Wer bezahlt die Anreise und die Abreise

    zu Veranstaltungen oder Treffen?

    Zahlen Sie das?

    Oder der Projekt-Verantwortliche?
  • Können Sie so weit reisen

    wie Sie wollen?
  • Was brauchen Sie auf einer Reise?

    Barrierefreie Verkehrs-Mittel?

    Beinfreiheit im Flugzeug?

    Eine Unterstützung auf der Reise?

    Brauchen Sie Ruhe-Zeiten auf einer Reise?

    Brauchen Sie ein barrierefreies Hotel?

    Brauchen Sie eine eigene Küche im Hotel?

    Brauchen Sie ein Zimmer im Erd-Geschoss?

    Brauchen Sie ein Bett für die Assistenz?

    Brauchen Sie ein barrierefreies Bade-Zimmer?

 

Was kostet es und wer bezahlt es:

  • Wie hoch sind die Kosten?

    Die Kosten müssen zu den Projekt-Finanzen

    dazu gerechnet werden.
  • Brauchen Sie Geld für Assistenz?

    Möchten Sie dazuschreiben

    wieviel die Assistenz am Tag kostet?
  • Soll die Veranstaltung,

    bei der Sie mitmachen barrierefrei sein?

    Für alle Menschen

    oder für Menschen mit bestimmten Behinderungen?

    Was muss dann gemacht werden?

    Zum Beispiel:

    Leichte Sprache, Gebärden-Sprache, Barrierefreiheit?

 

Wichtig!

  • Für die Barrierefreiheit der Veranstaltung

    sollten Sie nie bezahlen müssen!
  • Sie müssen nicht

    die Arbeit von Expert*innen in eigener Sache machen.

    Das sind Menschen

    die eigene Erfahrungen mit bestimmten Themen haben.



    Sie können sagen:

    Ich möchte,

    dass die Veranstaltung barrierefrei ist.

    Was Sie dafür machen müssen,

    können Ihnen Expert*innen in eigener Sache

    gerne sagen.

 

Was ich beim Aufbau von Ausstellungen

machen kann und was nicht:

  • Können Sie bei Ausstellungen mitmachen?

    Brauchen Sie Assistenz bei technischen Sachen?
  • Gibt es Arbeiten,

    die Sie machen können?

    Oder Arbeiten, die Sie nicht machen können?

    Zum Beispiel:

    Ich kann mitentscheiden.

    Aber ich kann keine körperliche Arbeit machen.

 

Was mir bei Werbung wichtig ist:

  • Wie wollen Sie in der Werbung genannt werden?

    Zum Beispiel wegen Ihrer Behinderung

    oder Ihres Geschlechts.
  • Sollen Informationen über Barrierefreiheit

    auf der Werbung sein?

    Zum Beispiel,

    dass es Gebärden-Sprache gibt.

    Oder,

    dass der Veranstaltungs-Ort nicht barrierefrei ist.

    Wie sollen diese Informationen aussehen?

 

Das wünsche ich mir für die Zukunft:

Sollen die Menschen

die Erfahrungen und das Wissen

über den Access Rider weitergeben?

Dann sprechen Sie das an.

Zum Beispiel:

Möchten Sie die Erfahrungen

mit anderen Einrichtungen teilen?

Dass auch andere Einrichtungen

erfahren wie wir gemeinsam gearbeitet haben?

Und das für sich nutzen können?


 

Übersetzung in Leichte Sprache: Maria Seisenbacher