Alles nur Theater? Werkzeuge & Wissen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch
Informationen
04.11.2026 - 06.11.2026
Time
jeweils 9 - 17 Uhr
Venue
ver.di Landesbezirksverwaltung Berlin-Brandenburg , Am Bahnhof Westend 3 , 14059 Berlin
Language
Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.
Accessibility
Das Gebäude ist über den stufenlosen Haupteingang zugänglich. Alle Programmpunkte finden in Räumen im Erdgeschoss statt, welches ebenfalls stufenlos erreichbar ist. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden. Wir bemühen uns, darüber hinaus auf verschiedene Bedarfe einzugehen und die Fortbildung anzupassen, wenn Sie uns in der Anmeldung entsprechende Hinweise geben.
Fortbildung für Betriebs- und Personalräte in Berliner Kultureinrichtungen. Eine Kooperationsveranstaltung von Diversity Arts Culture und ver.di Berlin
Immer häufiger werden Diskriminierungs- und Machtmissbrauchsfälle in Berliner Kultureinrichtungen öffentlich sichtbar. Betriebs- und Personalräten kommt bei der Aufarbeitung dieser Fälle sowie bei der Entwicklung und Umsetzung von präventiven Maßnahmen eine Schlüsselfunktion zu. Diese Fortbildung vermittelt Wissen rund um Antidiskriminierung sowie Handlungsmöglichkeiten und Strategien im Umgang mit Diskriminierung und Machtmissbrauch.
Von Mittwoch bis Freitag werden folgende Inhalte besprochen:
- Einführende Sensibilisierung zu Diversität und Diskriminierung, gute Praxis-Beispiele für entsprechende Maßnahmen
- Antidiskriminierungsgesetze sowie deren Umsetzung in Form von Betriebs /Dienstvereinbarungen
- Die Einrichtung von AGG-Beschwerdestellen
- Diskriminierungskritische Stellenausschreibungen
- Handlungsstrategien für Personal- und Betriebsräte
Die dreitägige Fortbildung beginnt am Mittwoch mit Beiträgen mehrerer Referent*innen von Diversity Arts Culture. Wir widmen uns dabei den folgenden Fragen: Welche Formen der Diskriminierung gibt es, wo begegnen uns diese im Kulturbereich? Wie können Institutionen Barrieren abbauen und wie können Gespräche mit von Diskriminierung Betroffenen gestaltet werden? Warum ist es wichtig, intersektionale diskriminierungskritische Strukturen in der eigenen Arbeit sowie Organisation zu implementieren? Welche Schritte hin zu einer nachhaltigen strukturellen Veränderung im Betrieb sind möglich? Außerdem werden wir wiederkehrende Konfliktursachen und deren Wirkung betrachten. Auf dieser Grundlage bearbeiten wir unter anderem folgende Fragen: Welche Schwierigkeiten und Fallstricke gibt es in der Konfliktbearbeitung und wie kann diesen entgegengewirkt werden? Welche Haltung ist hilfreich, um Konfliktgespräche zu deeskalieren?
Am zweiten Tag führen Rebecca Kronsteiner, Larissa Hassoun und Julia Tonndorf in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ein, welches für jede*n Arbeitgeber*in die Einrichtung einer internen Beschwerdestelle vorschreibt. Immer wieder zeigt sich, wie wichtig interne Beschwerdestrukturen in der Praxis für Institutionen und für Mitarbeitende sind. Daher werden die Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen einer innerbetrieblichen Beschwerdestelle sowie die Rolle von Betriebs-/Personalrat innerhalb von Beschwerdeprozessen erläutert. Darüber hinaus wird das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) besprochen, sowie das Modellprojekt exkoBe (externe kollektive Beschwerdestelle) vorgestellt.
Am dritten und letzten Tag wollen Diversity Arts Culture und Konstantin Kohl (Gewerkschaftssekretär ver.di) den Austausch mit den Teilnehmenden zu praktischen Handlungsmöglichkeiten für Betriebs- und Personalräte im Bereich Diskriminierungsschutz vertiefen: Welche Handlungsinstrumente gibt es, um rechtliche Veränderungen im Betrieb zu erwirken? Wie sehen Beschwerdepfade für Betroffene aus und welche Rolle spielen Betriebs /Personalrat? Wie kann ein Gremium präventiv agieren und welche Schutzfunktion haben Betriebs- und Personalräte qua Amt inne?
Die Referent*innen
Bahareh Sharifi ist Programmleitung bei Diversity Arts Culture. Sie entwickelt Sensibilisierungs- und Empowermentprogramme. Bahareh arbeitete zuvor als Diversitätsbeauftragte für den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung sowie kuratorisch unter anderem für Kulturprojekte Berlin (Interventionen 2016 & 2017), das Maxim Gorki Theater (Berlin Calling) und das Deutsche Hygiene-Museum Dresden.
Julia Tonndorf ist Antidiskriminierungsberaterin bei Diversity Arts Culture. Aus ihrer vorherigen Arbeit als AGG-/ Anti-Mobbing-Beauftragte und als Betriebsratsvorsitzende bei Dussmann das Kulturkaufhaus bringt sie vielfältige und langjährige Beratungserfahrung im Bereich des Arbeitslebens mit. Als Wirtschaftsmediatorin ist sie zudem mit den unterschiedlichsten Konflikten im Arbeitskontext vertraut. Sie hat mehrere Jahre als freiberufliche Stepptänzerin im Kulturbereich gearbeitet.
Konstantin Kohl ist Gewerkschaftssekretär bei ver.di im Landesbezirk Berlin/Brandenburg.
Larissa Hassoun ist Referent*in für Diskriminierungsprävention und Beschwerdemanagement in Arbeitsverhältnissen beim Modellprojekt Externe Kollektive Beschwerdestelle (exkoBe) für den Berliner Kulturbereich.
Leonid Mauch arbeitet als Antidiskriminierungsberater bei Diversity Arts Culture und berät Kulturtätige zum Umgang mit Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz. Er berät außerdem Kulturinstitutionen und -projekte zu Maßnahmen des Barriereabbaus. Leonid unterstützt Teams bei Themen wie der Einrichtung von Beschwerdestellen, den gesetzlichen Grundlagen des AGG/LADG und der Zusammenarbeit in diversen Teams. Über mehrere Jahre arbeitete er zuvor als Sozialberater für Geflüchtete in einem gewerkschaftlichen Projekt in Frankfurt/M.
Lisa Scheibner arbeitet bei Diversity Arts Culture als Referentin für Diversitätskompetenz und Weiterbildung. Sie organisiert Workshops zu Diversitätskompetenz für Kulturtätige, berät Kultureinrichtungen und ist Mitglied der Steuerungsgruppe des Modellprojektes FAIRSTAGE. Sie arbeitet zudem als freischaffende Schauspielerin. Seit 2020 ist sie Mitglied des Personalrates der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung.
Rebecca Kronsteiner ist Referent*in für rechtlichen Diskriminierungsschutz bei der Externen Kollektiven Beschwerdestelle (exkoBe) für den Berliner Kulturbereich. Rebecca hat Rechtswissenschaften, Gender Studies und Soziale Arbeit studiert. Nach dem Studium arbeitete sie als Antidiskriminierungsberater*in. Anschließend baute sie eine Fachstelle gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz mit auf, in der Arbeitsmarktakteur*innen und Antidiskriminierungsberatungsstellen juristische Expertise zu Antidiskriminierungsrecht zur Verfügung gestellt wurde. In Kooperation mit Diversity Arts Culture entwickelte sie das Konzept für das Modellprojekt exkoBe, dessen Umsetzung sie nun mitgestaltet. Zudem gibt sie seit mehreren Jahren Antidiskriminierungsworkshops.
Anmeldung
Die Teilnahme an der Fortbildung ist kostenfrei. Die Anwesenheit an allen drei Tagen ist verbindlich. Bitte melden Sie sich bis zum 10. September 2026 über das Anmeldeformular an. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Betriebs- und Personalrät*innen in Berliner Kultureinrichtungen, steht aber auch Gleichstellungsbeauftragten und Schwerbehindertenvertretungen in selbigen offen.
Wir teilen Ihnen erst nach Ablauf der Anmeldefrist mit, ob wir Ihnen einen Platz anbieten können. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir darum, von der gemeinsamen Anmeldung mehrerer oder aller Betriebsratsmitglieder aus einer Institution abzusehen. Bei Fragen zur Anmeldung oder Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Formulars schreiben Sie uns gerne eine Mail an Leonid Mauch: mauch@diversity-arts-culture.berlin