Dictionary

A
Standbild aus der Performance Paint it Black. Eine Leinwand zeigt die Live-Tätowierung von Dirk Sorge

Ableismus

[ɛɪ̯bəˈlɪsmʊs]

ist ein am englischen Wort abelism angelehnter Begriff, der aus der US-amerikanischen Behindertenbewegung stammt. Er beschreibt die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, indem Menschen an bestimmten Fähigkeiten gemessen und auf ihre Beeinträchtigung reduziert werden.

Antisemitismus

[antizemiˈtɪsmʊs]

Antisemitismus ist ein in Deutschland geprägter Begriff und bezeichnet die Feindschaft gegenüber jüdischen Menschen.

Audismus

bezeichnet die Diskriminierung Tauber Menschen. Dieser liegt eine höhere Wertschätzung von Hören und Sprechen und eine Abwertung Tauber Menschen als „defekt“ zugrunde.

b
Laura Gehlhaar

behindert werden

[bəˈhɪndərt ve:ɐ̯dn̩]

Die Formulierung behindert werden macht deutlich, dass Menschen nicht aufgrund ihrer individuellen Körper behindert SIND, sondern durch Barrieren und gesellschaftliche Ausschlüsse behindert WERDEN.

C
Illustration zeigt sechs unterschiedliche Menschen, die gemeinsam eine Pflanze betreuen

Community

[kəˈmjuː.nə.t̬i]

bezeichnet im Kontext der Diversitätsentwicklung eine (politische) Interessensgemeinschaft, in der Menschen zusammenfinden, die Diskriminierungserfahrungen teilen. Die Community ist durch den Bezug auf eine positive Gruppenidentität verbunden.

D

Deutsche Gebärdensprache (DGS)

ist seit 2002 in Deutschland eine anerkannte Sprache. Sie hat ein eigenes Sprachsystem mit Handzeichen, Mimik und Körperhaltung, das sich komplett von der deutschen Lautsprache unterscheidet.

Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung

ist ein innovativer Ansatz zur Veränderung von Organisationen, die die gesellschaftliche Vielfalt nicht (genug) abbilden. Ziel ist es, einen wertschätzenden Umgang mit Diversität zu erreichen und (strukturelle) Diskriminierung abzubauen.

E
Zwei Personen werden auf einer Wippe dadurch hochgehoben, dass eine dritte Person auf das andere Ende der Wippe steigt.

Empowerment

[ɪmˈpaʊəmənt]

kommt aus dem Englischen und bedeutet Ermächtigung. Damit ist gemeint, dass Personen oder Gruppen, die gesellschaftlich benachteiligt sind, durch gezielte Strategien und Qualifikationsangebote das Handwerkszeug erwerben, ihr Leben selbstbestimmter zu gestalten.

H
Simon(e) Jaikiriuma Paetau im Halbporträt. Simon(e) trägt ein buntes Oberteil und Ohrringe.

Heteronormativität

[ˌhetəʁonɔʁmativiˈtɛːt]

beschreibt eine Weltanschauung und ein gesellschaftliches Wertesystem, das nur zwei Geschlechter (männlich und weiblich) und heterosexuelle Beziehungen (ein Mann und eine Frau) zwischen diesen Geschlechtern anerkennt und als normal ansieht.

I
Verschiedene Gegenstände wie z.B. eine Brille, ein T-Shirt mit einem Regenbogen, ein Gehstock und Socken deuten auf verschiedene Identitätsschichten hin.

Intersektionalität

[ɪntɐzɛkt͡si̯onaliˈtɛːt]

beschreibt das Überschneiden und Zusammenwirken von verschiedenen Diskriminierungsformen. Menschen vereinen verschiedene Eigenschaften und Identitäten in sich. Intersektionalität berücksichtigt, dass Menschen oft wegen mehreren Eigenschaften/ Identitäten benachteiligt werden.

K

Klassismus

[klaˈsɪsmʊs]

bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder der sozialen und ökonomischen Position. Klassismus richtet sich mehrheitlich gegen Personen einer „niedrigeren Klasse“.

M
Fünf Personen unterstützen eine Person dabei, mit einem Sprungtuch in die Luft zu springen. Die Person, die in die Luft springen kann, trägt klassische Ballettschuhe und einen Fächer, auf dem Privileg steht.

Marginalisierung

[ˌmaʁɡinaˑliˈziːrʊŋ]

bezeichnet die Verdrängung von Individuen oder Gruppen an den Rand der Gesellschaft. Die Verdrängung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen, also zum Beispiel geografisch, wirtschaftlich, sozial oder kulturell sein; meist spielt sie sich auf mehreren Ebenen ab.

N
Kate Brehme steht vor einem Whiteboard, auf dem das Wort disability zu lesen ist

Nicht Sichtbare Behinderung

[nɪçt ˈzɪçtbaːʁə bəˈhɪndəʁʊŋ]

O
Olivia Hyunsin Kim steht vor einem Whiteboard, auf dem Othering steht

Othering

[ˈʌðəɹɪŋ]

Von Othering spricht man, wenn eine Gruppe oder eine Person sich von einer anderen Gruppe abgrenzt, indem sie die nicht-eigene Gruppe als anders und fremd beschreibt. Dies geschieht meist innerhalb eines Machtgefälles: die als anders Beschriebenen sind von Diskriminierung betroffen und haben wenig Möglichkeiten, sich gegen die Zuschreibung zu wehren.

P
auf einem Whiteboard steht der Begriff PoC, darunter: Person of Color

PoC/ Person of Color

[ˌpɝː.sən əv ˈkʌl.ɚ]

Der Begriff People of Color (im Singular Person of Color) ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erfahren.

Q

Queer

[kwɪr]

ist ein Sammelbegriff für Personen, deren geschlechtliche Identität (wer sie in Bezug auf Geschlecht sind) und/oder sexuelle Orientierung (wen sie begehren oder wie sie lieben) nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Norm entspricht.

R

Relaxed Performance

[rɪˈlækst pəˈfɔː.məns]

richtet sich an ein Publikum, das von einer entspannteren Veranstaltungsatmosphäre profitiert. Sie will eine Willkommensatmosphäre für Zuschauer*innen schaffen, die durch die strengen Konventionen in Aufführungsräumen ausgeschlossen werden.

S
Simone Dede Ayivi

Schwarz

[ʃvaʁʦ]

Der Begriff Schwarz in Bezug auf Personen wird oft als Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer und afro-diasporischer Herkunft, schwarzen Menschen, Menschen dunkler Hautfarbe und people of colo(u)r gewählt.

Selbstbezeichnung

Oft gibt es für marginalisierte Gruppen mehrere Namen. Einen (oder mehrere) Namen, den die Gruppe selbst wählt: das ist die Selbstbezeichnung. Und einen (oder mehrere) Namen, den die Mehrheitsgesellschaft der Gruppe zuschreibt.

Sexismus

[zɛˈksɪsmʊs]

bezeichnet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. In einer männlich dominierten Gesellschaft zeigt sich Sexismus jedoch vor allem in der Abwertung und Marginalisierung von Frauen, Trans*personen und Weiblichkeit im Allgemeinen. (Cis-)Männlichkeit wird hier als Norm verstanden, an der alles gemessen wird.

Soziales Modell von Behinderung

[zoˈt͡si̯aːləs moˈdɛl fɔn bəˈhɪndərʊŋ]

Das soziale Modell macht deutlich, dass Menschen nicht aufgrund ihrer individuellen Beeinträchtigung behindert sind, sondern durch die Art und Weise, wie Gesellschaft organisiert ist, behindert werden.

T
Athina Lange steht vor einem Whiteboard, auf dem der Begriff Taub steht

Taub

[taʊ̯p]

ist eine positive Selbstbezeichnung nicht hörender Menschen, unabhängig davon ob sie taub, resthörig oder schwerhörig sind. Damit wird auch gezeigt, dass Taubheit nicht als Defizit angesehen wird.

Trans*

[trans]

ist eine Selbstbezeichnung von und für Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Der Stern am Ende des Wortes ist ein Platzhalter. Er weist darauf hin, dass [...]